
Vorwort
Wie 'Castle Wolfenstein' ist Paintball 1981 in den USA enstanden. Gotcha war zum Anfang ausschließlich nur in Deutschland für das Paintball Spiel als Begriff gebräuchlich. Gotcha ist ein amerikanischer Slangausdruch für 'I got you' (Ich habe dich).
Heutzutage teilen sich die Paintballspieler landläufig in 'Funspieler' und 'Turnierpieler'. Während Turnier-Spieler ausschließlich auf Gelände mit künstlichen Hinternissen anzutreffen sind, ist die Fun-Spieler Gemeinde oft auf Waldspielfeldern zu finden.
Oft wird, in der Öffentlichkeit und auch in der deutschen Paintballgemeinde, Woodlandpaintball als 'Gotcha' bezeichnet. International wird hauptsächlich zwischen 'Rec-Playern' ('Rec' wie recreational:Freizeit, der Erholung dienend), also Spielern, die Paintball als Freizeitbeschäftigung ansehen und 'Tournament-Playern', also Turnierspielern unterschieden.
Interessant ist, dass Paintball nicht nur dasselbe Geburtsjahr wie das Wolfenstein Game hat, sondern auch dieselben Anfangsschwierigkeiten in den Vorurteilen und Moralvorstellungen der Gesellschaft hatte und zum Teil heute noch hat.
Auch die ähnliche Konstellation von Tunier- und Freizeitspielern ist nicht von der Hand zu weisen. Interessant ist auch, dass einige amerikanischen und englischen Firmen Paintball sogar zur Mitarbeiterschulung einsetzen. Aber auch in Deutschland werden die Hallen und Felder immer öfter von Firmen- und Freizeitgruppen gebucht.
Zum Thema
Wer von 'Paintball' hört, denkt zumeist an sinnloses herumgeballere. An Teenager, die den Knall nicht gehört haben und es anziehend finden, im Wald in Tarnklamottern herumzurobben und zu kriechen, um sich gegenseitig abzuschießen. Dabei ist Paintball mehr als nur hirnlose und dumpfbackige Kriegsverherrlichgung von pupertierenden pickeligen Dünnbrettbohrern.
Bloß weg von solchen Klischees und spießbürgerlichen Vorurteilen:
Weil Paintball so einfach wie simpel ist und dennoch hohe Leistungsanforderungen an Körper und Geist stellt, ist es sehr beliebt. Bei dem Spiel stehen sich zwei Teams gegenüber. Es wird scharf geschossen. Paintball ist ein Mannschaftssport, bei dem Gegenspieler mit Farbkugeln markiert werden. Markierte Spieler müssen das Spielfeld verlassen. In den USA werden Paintball Tuniere schon seit längerem im Fernsehen ausgestrahlt.

Unter den Namen 'Gotcha' wurde diese Sportart in Deutschland bekannt. Anfänglich machte die meist negative Berichterstattung Paintball zu einem Reizthema in der Gesellschaft. Der Anfang war schwer, aber der gesellschaftliche Außenseiterstatus machte es für die Anhänger dieser Sportart erst recht reizvoller. Erst traf man sich illegal in Wäldern oder auf stillgelegten Industriegeländern. Die Illegalität und der angedichtete Militarismus machte dem Siegeszug keinen Abbruch. Im Gegenteil. Immer mehr traten die 'Sportler' aus der Anonymität, bildeten Vereine und mieteten leerstehende Industriehallen für Training und Wettbewerbe.
Die Kritik an dieser Sportart ist bis heute nicht ganz verklungen. Noch heute werfen die Kritiker den Aktiven vor, dass dies keine Sportart ist, sondern Fortführung und Verkörperung des Militarismus. Andererseits muss man der Gegenseite die Frage stellen, was z.B. an olympischen Disziplinen wie Speerwerfen, Bogenschießen, Fechten, Biathlon, Boxen und andere Kampfsportarten so olympisch und nicht gewaltverherrlichend sein soll?
Der Reiz an Paintball ist vor allem die hohe konditionelle Fitness. Was so einfach ausschaut wird leicht unterschätzt. Innerhalb von Minuten kann man hier an die Grenzen seiner körperlichen Belastung kommen. Eine hohe Konzentrationsfähigkeit zu jeder Sekunde ist gefordert. Taktisches Denken, Teamfähigkeit und Zielsicherheit sind weitere hohe Anforderungen. Wer einmal damit angefangen hat, kann sehr schnell süchtig nach dieser Sporart werden. Jedoch sind Ausrüstung und Farbkugeln nicht gerade billig.
Die Geschwindigkeit und die Härte der Farbkugeln können zu gefährlichen Verletzungen vor allem im Gesicht führen. Das Tragen einer Schutzmaske ist in jedem Fall notwendig. Hartgesottene tragen nur die Schutzmaske und leichte Körperbekleidung. Ein Schuss kann zu einem erheblichen Bluterguss führen. Wer sich dick angezogen hat, kann den durch den Treffer verursachten Schmerz einigermaßen verhindern, aber auch einen eigentlichen Treffer leichter verheimlichen. Bei einem Painball Treffer auf bloßem bzw. leichtbekleideten Körper dagegen nicht.
Anmerkung
Wie eSport und somit auch Wolfenstein, hat Paintball immer noch mit den Schwierigkeiten zu kämpfen, als vollwertige Sportart vor allem gesellschaftlich anerkannt zu werden. Kampfsportarten z.B. sind in der Bevölkerung akzeptierter und manche Disziplinen mit Waffen sind Olympisch. Es dürfte also nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch hier ein Umdenken stattfindet.
Für eSport Gamer bzw. Clans wäre es sicherlich sehr interessant, sich auch mal mit Paintball zu beschäftigen, wenn sie das nicht schon bereits tun. Neben dem hohen Funfaktor trägt das sicherlich auch zur Community Stabilität bei.
Quellen:
Paintball & Gotcha
Ausführliches über Paintball